Die Vermögende - Eine Würdigung burgenländischer Frauen

Präsentation in der Cselley Mühle Oslip

Eine Figur von fast fliegender Kraft. Eine Inspiration, in Stein gehauen. Eine Weibliche aus feinstem weißen Marmor: das alles – und mehr – ist Die Vermögende.

Die Vermögende, eine Skulptur von Ulrike Truger, breitet Kleid und Haar aus. Sie zeigt sich. Sie ist breit, kräftig, erotisch, in Stein gehauen – gemacht für mindestens die halbe Ewigkeit.

Sie braucht einen Platz in aller Öffentlichkeit, um ein Denkmal zu setzen: den Frauen, die haben. Den Frauen, die brauchen. Den Frauen, die erwirtschaften, und den Frauen, denen zusteht. Sie gehört den Träumerinnen und Starken, den Brauchenden und den Geberinnen. Den Bewussten und Erwachenden. Sie gehört denen, die Entfaltung brauchen. Die sich ausbreiten wollen – wie die Vermögende sich ausbreitet. Sie ist denen gewidmet, die sich nach Entfaltung sehnen und nach Wegen dorthin suchen. Denen, die sich ihren Raum nicht nehmen lassen. Sie steht für die Lebensqualitäten, die von Frauen geschaffen werden. Symbol der weiblichen Potenz: Sie soll kollektives Eigentum werden und ausstrahlen. (Katharina Tiwald)

Das Projekt Die Vermögende ist die erstmalige Kooperation des Vereines "Frauen für Frauen - Burgenland" mit der Bildhauerin Ulrike Truger.

Professionelles Denken und Handeln, viele Jahre Frauenbewegtheit und gesellschaftspolitisches Engagement sind Verbindungslinien zwischen der engagierten Bildhauerin und dem südburgenländischen Frauenverein.

Sie bilden die Grundlage für eine Zusammenarbeit, die schon jetzt beachtliche Strahlkraft entwickelt hat. Renate Holpfer: „Frauen sind präsent. Als in der Region Arbeitende, als Inhaberinnen oder Leiterinnen von Geschäften, als mobile Dienstleisterinnen, als in der Erziehung Tätige, als Pflegerinnen kranker und alter Menschen. Sie sind überwiegend verantwortlich für Kinder, Haus, Garten und Tiere, gewährleisten das Gros der regionalen Versorgung und jene Lebensqualität, die von den im Land Lebenden gebraucht und von BesucherInnen geschätzt wird. Die Idee für die Vermögende hat ihren Ursprung in meiner langjährigen Arbeit als Beraterin in der Frauenberatungsstelle und in der Zusammenarbeit mit Kolleginnen, jährlich werden über 6000 Beratungs- und Informationsgespräche durchgeführt. Viele Frauen gaben uns Einblick in ihre Lebenssituation und haben dadurch zu diesem gesellschaftspolitisch-künstlerischen Impuls beigetragen."

Ulrike Truger setzt mit ihren öffentlichen künstlerischen Interventionen und gesellschaftspolitische Arbeiten seit langem politische Akzente. So blickt die Wächterin von ihrem Standort neben dem Wiener Burgtheater mahnend auf Rathaus und Parlament. Die Skulptur Elisabeth – Zwang Flucht Freiheit setzt dem Klischee der Kaiserin das Bild der ambivalenten Frau entgegen. Das Rassismus-Mahnmal Omufuma-Stein und der Gigant – Mensch Macht Würde als monumentales Zeichen für die Menschenrechte appellieren für mehr Menschlichkeit in unserer Gesellschaft. „Vor allem ist es mir ein Bedürfnis gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen. Der öffentliche Raum als Ort der Begegnung von Kunst und Gesellschaft ist besonders geeignet dafür, sichtbare Zeichen zu setzen,“ sagt Ulrike Truger. www.ulriketruger.at

Ziel des Vorhabens ist die Schaffung der überlebensgroßen Marmorskulptur die Vermögende und deren Platzierung auf einem repräsentativen öffentlichen Standort im Burgenland. Die Vermögende macht aufmerksam auf die materiellen und ideellen Vermögenswerte, die Frauen für das Land in den letzten 90 Jahre geschaffen haben und auch jetzt schaffen. Sie ist Symbol für die Entfaltungskraft der Frauen.

Im Rahmen der Kooperation schuf Ulrike Truger Kunstwerke zur Vermögenden,- wie Bronzeplastiken, Radierungen, Kunst-Fotografien und Postkarten. Die Kunstwerke in allen Preislagen dienen einerseits der Verbreitung der Idee der Vermögenden, andererseits werden aus deren Erlös die Veranstaltungen und die Großskulptur finanziert. Alle burgenländischen Frauenberatungsstellen und Proponentinnen aus dem öffentlichen Leben beteiligen sich aktiv an der Realisierung dieser Vision. Die große Vermögende wird durch ihre Präsenz auf Dauer Frauen in der Entfaltung ihres Vermögens stärken.

Die Diskussion zur Standortfrage wird öffentlich geführt, sowohl bei den Veranstaltungen als auch auf der Website www.vermoegende.at

Die Vermögende. Enthüllung und Auftakt

Den Start des Projektes bilden zwei Auftaktveranstaltungen – eine im Offenen Haus Oberwart, die andere in der Cselley Mühle Oslip. Bei den Veranstaltungen werden die Steinskizze und der erste Bronzeguss enthüllt, Radierungen, Foto-Arbeiten und Postkarten präsentiert und die Proponentinnen vorgestellt.

23. Sept. 2011 / 20:00 Uhr / Offenes Haus Oberwart

7. Oktober 2011 / 19:00 Uhr / Cselley Mühle Oslip

Enthüllung der Steinskizze und der Bronzeplastik

Performance: Tanz – Liz King, Stimme – Eveline Rabold Fragen an die Vermögende: Katharina Tiwald

Moderation: Eveline Schütz (ORF Wissenschaftsredaktion)

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